Business as usual

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Hab ich euch eigentlich schon von unserem neuen Büro erzählt?
Bestimmt nicht! Wir sind schon Mitte Dezember umgezogen und dann war ja schon Weihnachten… Jedenfalls sind wir jetzt in einem neuen Büro und das Beste: ich kann in 10 Minuten an die Arbeit laufen – was für ein Glückgriff! In einer Riesenmetropole wie Shanghai hätte das Büro schließlich locker eine Stunde entfernt irgendwo in Pudong sein können. So darf ich morgens durch die malerische Taixing Lu laufen und den Duft der Frühstücksstände genießen, weiter auf der Weihai Lu vorbei am größten Kindergarten Shanghais, der am Morgen mit klassischen Klängen und am Nachmittag mit einer 200 Meter langen Schlange von wartenden Großeltern und Ayis beeindruckt (fast so wie vor einem Apple-Store, wenn es ein neues iPhone gibt – dort wird man allerdings nicht von bewaffnetem Sicherheitspersonal aufgehalten…). Und schon bin ich am Bürogebäude angekommen.

In der Umzugswoche wurde man mit den Blumenbuquets begrüßt, die bei Geschäftseröffnungen in China – egal ob Garküche, Friseurladen oder millionenschweres Staatsunternehmen – obligatorisch sind:

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Das Büro selbst ist…halt ein Büro. Funktional, zweckmäßig und leider mit einer nur dann-und-wann funktionierenden Klimaanlage ausgerüstet. Deshalb sieht die Kids Division im Bild unten auch eher nach Antarktis-Expedition denn nach auf der Jagd nach den neusten Trends für Kinder aus… 😉

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Luftreiniger, ca. 3 Millionen Grünpflanzen und kleine Stoffhunde mit Kohle im Bauch sorgen für frische Luft im Büro. Die Chinesen sind ja in Sachen Luftqualität sonst eher etspannt, um nicht zu sagen gleichgültig, unterwegs, aber beim Einzug wurde ein riesen Trara um das frisch renovierte Büro veranstaltet: die vielen giftigen Dämpfe musste man kräftig auslüften (ein großer Spaß bei 5 Grad Außentemperatur und zudem überaus fragwürdig bei einem Feinstaubwert, der ca. 20 Mal so hoch wie der europäische Grenzwert liegt…), eine schwangere Kollegin von ihrem Arzt über 2 Monate krank geschrieben und es gab eben besagte Hunde mit Luftfilter im Bauch und Atemshutzmasken zum Einzug für alle geschenkt. Uns wurde versichert, dass hauptsächlich ungefährliche Materialien zum Einsatz kamen und den Eindruck hatte ich auch, denn man roch absolut gar nichts.

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Eine Teeküche (wir nennen es Lounge 😀 ) haben wir auch: tolle Kühl-Gefrierkombi, zwei Mikrowellen, eine Kaffeemaschine…und was fehlt? Richtig! Abwaschbecken oder Spülmaschine. Was uns zu einer Besonderheit eines jeden chinesischen Büros führt: dem Resteeimer für Flüssigkeiten, unten rechts im Bild. Jeder entleert darin also Getränkereste, Teeblätter und Kaffeesatz und die Ayi wiederum entsorgt einmal täglich den Eimer. Das ist, warum auch immer, anscheinend üblich in chinesischen Büros, jedenfalls habe ich noch keines mit Spülmöglichkeit kenengelernt.

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Der Ausblick aus dem 12. Stock ist auch nicht zu verachten und Kollege Andy aus der Grafikabteilung kann sich da anscheinend auch nicht sattsehen (von ihm stammen die drei Bilder ganz oben und unten)… 😉
Links sieht man die 6-spurige Yannan-Lu, eine der Hauptadern der Stadt und rechts (beim Bild ganz oben etwas besser), das Shanghai Exhibition Center (1955 gebaut und bis 1988 das höchste Gebäude der Stadt!) in dem regelmäßig Designmessen oder Ausstellungen stattfinden.

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2 Gedanken zu „Business as usual

  1. Pingback: Knaller der Wocher… | Shanghai süss-sauer

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