Der ultimative Chipstest „China Edition“

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Die Chinesen haben offensichtlich eine Vorliebe für skurrile und absonderliche Chipskreationen. Wer mich kennt, weiß, dass mir das sehr entgegen kommt. 😉

Die Vielfalt am deutschen Knabberregal ist jedenfalls nicht mit der in China zu vergleichen. Gut, Kreationen wie „Pommes rot-weiß“ oder „Döner Kebab“ zeugen durchaus auch von den Fähigkeiten deutscher Chipshersteller, können aber mit den folgenden Kreationen nur schwer mithalten. Freut euch also über den ultimativen Chipstest – China Edition!

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Wir starten mit der geruhsamen Variante „Sweetie Barbecued Pork Flavor“ (also in etwa Schnuckeliges Schwein vom Grill-Geschmack). Abgebildet ist ein in Shanghai sehr beliebtes Gericht: glasierter Schweinebraten, auf gemütlicher Karotischdecke (so gar nicht Shanghaitypisch), verziert mit Herzchen im Schriftzug und in der Ketchupgarnitur. Das Ganze ist dann auch eher was für Mädchen: mild und süß – sweetie halt! Hintergründig kommt auch irgendwie Schwein durch, aber die ekelhafte Süße der PVC-Würstchen („Hunan-Style“) dominiert leider. Außerdem waren die Chips nicht krachig, sondern eher bröselig. Einziger Pluspunkt: kaum Bruch, was man bei Chips aus chinesischer Produktion nicht unbedingt erwartet. Kein Nachkaufprodukt!

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Weiter geht es mit der Sorte Hot & Sour Fish Soup Flavor, was einen Geschmack nach scharf-saurer Fischsuppe verspricht. Außerdem deuten die beiden Peperonie oben links auf eine besonders scharfe Sorte hin. Wir wappneten uns also mit Wasserflaschen und neutralen Kartoffelchips zum „Löschen“, aber…nichts! Die Schärfe muss irgendwo beim Produktionsvorgang abhanden gekommen sein, aber der leicht würzig-säuerliche Geschmack war überraschend angenehm. Fisch nur im Abgang und auch nicht penetrant, sondern fein abgestimmt.

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Eine der spannendsten Sorten: „Fun Wasabi Shrimp Flavor“, also spaßiger Wasabi-Shrimps-Geschmack. Besonders hervorzuheben ist der traurige Wasabiklecks auf der Vordrseite! 😉 Der prickelt dann auch sofort, aber nicht stechend, sondern gerade richtig. Danach folgen geschmacklich sehr fein abgestimmte Nuancen von amerikanischem Kunstkäse und Shrimps. Insgesamt eine gelungene Mischung!

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Wieder ein Kandidat aus der Spicy-Familie: „Numb & Spicy Hot Pot Flavor“ (Betäubend scharfer Hot-Pot Geschmack). Und der macht diesmal seinem Namen und den drei Peperonie ganze Ehre: nach zwei Stück hat man eine betäubte Zunge und nach vier eine taube Speiseröhre – ich übertreibe nicht! Trotzdem hat das Ganze diesen unbeschreiblichen geschmack von Hot-Pot-Brühe. Sehr lecker, aber eher was für den Abschluss eines Chipstestes, denn…

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…wir mussten zwischendurch neutralisieren, was mit den zitronigen Chips mit Lime-Flavor wunderbar gelang. Die hatten schon fast was von Nachtisch und würden sich bestimmt auch gut mit einer Kugel Vanilleeis machen. Irgendwie lecker, aber auch echt seltsam und eher nichts für den klassischen Fernsehabend.

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Danach mal etwas für die schlanke Linie. Alles auf Chinesisch, deshalb gehen wir mal von Salatgeschmack aus, nur die Aufschrift „Potato Baked“ lässt auf die leichte, gebackene (statt frittierte) Variante der Kartoffelchips schließen. Leider bedeutet leicht wohl auch ohne Würze und trotz der netten Konsistenz sind die Chips total laaaangweilig.

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Die nächste Sorte verspricht da mehr Pepp: Spicy Green Peppercorn Fish Flavor (würzige, grüne Pfefferkörner an Fischgeschmack). Mit grünen Pfefferkörnern sind hier die Kapseln des Sechuanpfeffer gemeint, der beim versehentlichen Draufbeißen auch schonmal für einen halben Tag die Zunge betäubt. Gehört deshalb nicht zu unseren bevorzugten Gewürzen… Für den Test wagten wir uns aber dran, es war ja auch davon auszugehen, dass wir keine ganzen Kapseln in der Tüte vorfinden. Das Ganze schmeckte dann auch sehr asiatisch und war sehr „spicy“, aber gerade noch ok. Erinnerte uns an eine leckere Fischpfanne in Peking – dort allerdings mit Tonnen von Sechuanpfeffer-Kapseln, die man erst mühsam raussortieren musste. Hier also authentischer Geschmack ohne Gefahr. 🙂

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Der Kandidat mit Hähnchenflügeln auf der Vorderseite, ist leider durchgefallen. Insgesamt wieder sehr süßlich und flach, von würzigen Hühnerteilen keine Spur. Gähn.

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Und zum Schluss noch eine Variante mit meinem geliebten Seegras. Wobei es sich hier nicht um Kartoffelchips im klassischen Sinn handelt, eher um Knusperdreiecke mit der Konsistenz von Krabbenchips. Insgesamt sehr sanft im Geschmack und schön krachig. Für mich hätte noch mehr Seegras durchkommen dürfen, war aber auch so sehr lecker.

Chipstest (erstmal) beendet! Wenn es neue, interessante Sorten gibt, werden wir bestimmt eine Neruauflage starten. Bis dahin gibt es ab sofort die neue Serie „Der ultimative Diättest China Edition“… 😉

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